6. Februar 2018 – Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung

Die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen hat den 6. Februar zum internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung erklärt, um auf diese Menschenrechtsverletzungen an Frauen besonders aufmerksam gemacht.
Mit der Beschneidung weiblicher Genitalien sind alle Praktiken gemeint, bei denen weibliche Geschlechtsteile teilweise oder ganz entfernt werden. Meistens finden diese Eingriffe vor Beginn oder während der Pubertät statt.

Die weibliche Genitalbeschneidung, FGM (Female Genital Mutilation) ist ein nicht nur oft tödlicher, sondern auch ein mit lebenslangen Schmerzen und Krankheiten verbundener Eingriff  im Rahmen traditioneller Riten zur Initiation junger Mädchen. Er soll deren Übergang von der Kindheit zur Weiblichkeit markieren.

Die „Stop the Cut“-Projekte AMREFS bieten einen anderen Ansatz zu diesen kulturellen Praktiken an.

Das AMREF ARP-Modell ist das wirkungsvollste Instrument im Kampf gegen die traditionelle weibliche Beschneidung. Es beginnt mit der Sensibilisierung der lokalen Gemeinschaften,  wie Stammesälteste, die Maasai Morans (junge Krieger) und die Eltern der Mädchen. Durch von AMREF speziell ausgebildete Mitarbeiterinnen und Hebammen (TBA) vor Ort wird ein Umdenken bewirkt. ARP beginnt mit einem mehrtägigen Seminar, in dem die Mädchen Aufklärung über Familienplanung sowie Sexual- und Gesundheitsunterricht erhalten sowie über Menschenrechte, die lokalen Gesetze und die Bedeutung des Abschlusses ihrer Ausbildung informiert werden.Nice Nailantei Leng’ete

Der ARP wird mit einer Zeremonie beendet, in der die Mädchen tanzen und singen und von den Stammesältesten deren Segen und traditionellen Schmuck erhalten, mit dem sie in die dörfliche Frauengemeinschaft aufgenommen werden. Bislang konnten so bereits ca. 15.000 Mädchen vor den negativen Folgen der Beschneidung bewahrt werden.