Outreach-Programm

In den entlegenen Gebieten Ostafrikas stellen operativ-chirurgische Dienste immer noch ein großes Problem dar. Das Budget der ländlichen Krankenhäuser ist sehr niedrig, und es mangelt an medizinischen Geräten und ausgebildetem Personal. Viele Krankheiten können nicht oder nur schlecht behandelt werden.

Um den Patienten zu helfen und um das Personal zu unterstützen, fliegt das Outreach-Team von AMREF mit Chirurgen und anderen Fachärzten regelmäßig zu entlegenen Buschkrankenhäusern.

Flying doctors plane

Eine Visite dauert 3-5 Tage. Zum entsprechenden Termin werden die Patienten in die Hospitäler bestellt. Welche konkreten Operationen zu bewältigen sind, erfährt das AMREF-Team per Funk im Voraus, damit eventuell notwendige Medikamente und Operationsinstrumente mit an Bord genommen werden können.

Das Flying Doctors Service hat mehrere Chirurgen unter Vertrag, weitere Spezialisten wie Kinderärzte und Orthopäden stehen auf Abruf zur Verfügung und unterstützen AMREF mit ihrer Arbeitskraft. Zusätzlich zur konkreten Hilfe in Form von Operationen und Behandlungen bilden AMREFs Ärzte bei ihrem Aufenthalt das medizinische Personal vor Ort weiter, immer unter Berücksichtigung der vorhandenen medizinischen Ausrüstung.

Kinder machen 50 % der Patienten in den ländlichen Gebieten aus, da fast die Hälfte der ostafrikanischen Bevölkerung unter 15 Jahre alt ist. Bei Kindern und Jugendlichen werden hauptsächlich Operationen aus folgenden Gründen durchgeführt: Unfallverletzungen, deformierte Hände, Klumpfüße, Hasenscharten, Gaumenspalten, Verwachsungen auf Grund von Verbrennungen (in den abgelegenen Gebieten wird hauptsächlich mit offenem Feuer gekocht). Außerdem werden viele Hauttransplantationen auf Grund von Lepra durchgeführt.

Im Jahr 2008 wurden im Rahmen des Outreach 27.357 Behandlungen und 8.205 Operationen durchgeführt. Außerdem wurden Weiterbildungen von 1.402 Ärzten, 4.720 Krankenpflegern und –schwestern und 264 Laboranten durchgeführt. Dazu kommen über 600 Evakuierungen von Erkrankten und Verletzten in zentrale Krankenhäuser durch die Flying Doctors von AMREF – alles mit modernst ausgestatteten Flugzeugen, Helikoptern und Rettungsautos.

SURGICAL OUTREACH – VVF

Im Rahmen der Outreach-Programme des Flying Doctors Service werden AMREFs Fachärzte in entlegene Gebiete entsandt, wo sie neben einfachen Behandlungen auch spezielle Operationen, wie z. B. die Vesico-Vaginal-Fistel Operation (VVF), durch führen. Bei einem medizinisch nicht betreuten Geburtsvorgang kann es zu einer pathologischen »Verbindung« zwischen Blase und Scheide (Vesico Vaginal Fistel) kommen.

Dies bedeutet für die Fraueneine schwere physische und psychische Belastung: sie werden von der Gesellschaft ausgestoßen, da sie unter ständigem Harnverlust und Infektionen leiden, weitere Schwangerschaften sind mit großen Risiken verbunden, die sogar zum Tod führen können.

Dr. John Wachira
Dr. John Wachira

Dr. John Wachira, einer der afrikanischen Ärzte von AMREF: „Einer davon betroffenen Frau zu begegnen, bewegt mich immer wieder zutiefst. Trauernd über das oft tot geborene Baby, inkontinent, beschämt über ihr Anstößigkeit, meist von ihrem Ehemann als ‚unrein‘ abgewiesen, heimatlos und als Arbeitskraft ungeeignet, geben sich diese Frauen meist auf. Sie leben ohne Freude und Hoffnung. Sie tragen ihr Leid und ihre Schmerzen in stiller Scham.“

Hunderttausende Frauen müssen unter diesen unmenschlichen Zuständen leben, da sie oft nicht über die Möglichkeit einer einfachen operativen Heilung informiert sind bzw. sich diese nicht leisten können. AMREF unterstütz jene Frauen, die sich eine solche Operation nicht leisten können und bringt ihnen seit Jahrzehnten kostenlose Hilfe. Die betroffenen Frauen werden, gemeinsam mit dem Flying Doctors Service, in über 200 „Bush-Hospitälern“ betreut.

Dr. Wachira: „Die meisten Frauen die von VVF betroffen waren, können nach einem operativen Eingriff oft nicht glauben, dass sie wieder geheilt sind, in die Gemeinschaft aufgenommen werden und vor allem wieder eine normale Schwangerschaft haben können. Durch Aufklärung und Prävention in den dörflichen Gemeinschaften können wir auch verhindern, dass andere schwangere Frauen vom selben Schicksal betroffen sind.“

Durch einen kleinen Eingriff, der bereits um € 40,- durchgeführt werden kann, kommt es für diese Frauen zu einer maßgeblichen Veränderung und sie können wieder in ihr normales Leben zurück kehren.

Auch Sie können durch Ihre Unterstützung einer dieser benachteiligten Frauen helfen – jede Hilfe zählt! Hier geht’s zur Spende.