2010
„Clinical Officers“ spielen eine Schlüsselrolle in den Gesundheitsdiensten vieler afrikanischer Staaten. Sie haben eine medizinische Grundausbildung und können 60-80 % der Aufgaben eines Arztes übernehmen, ihre Ausbildung ist aber deutlich billiger und schneller. Im südlichen Sudan stehen für eine Bevölkerung von ca. 10 Millionen nur cirka 100 Ärzte zur Verfügung. 130 der 200 Clinical Officer wurden von AMREF ausgebildet. Es gibt dort 4.600 ausgebildete Health Worker – mehr als 17.000 werden benötigt.
Das Maridi National Health Training Institute von AMREF öffnete seine Pforten 1998, inmitten des Bürgerkriegs. 2001 gab es die ersten Studienabgänger. Der dreijährige Kurs in Public Health Care, Nursing Care and Surgical Procedure deckt viele Bereiche ab, von Anatomie und Orthopädie über Pathologie, Pharmakologie bis hin zu Psychologie und Psychiatrie. Die Ausbildung bringt qualifiziertes, vielseitiges medizinisches Fachpersonal hervor, das Krankheiten diagnostizieren und behandeln kann, Operationen und die Gesundheitsbildung von Gemeinden durchführen kann. Durch den Krieg konnten viele Studenten keine weiterführende Schule abschließen. Als Konsequenz beinhaltet die Ausbildung jetzt auch Grundkurse in Mathematik, Englisch und Biologie.
AMREF hat nun auch damit begonnen, ortsansässige Hebammen auszubilden. Der südliche Sudan hat die höchste Anzahl von schwangerschaftsbezogenen Todesfällen weltweit – zwei von 100 Schwangerschaften enden mit dem Tod. Das verwundert kaum in einem Land, wo 20 Hebammen eine Bevölkerung von ca. 8-10 Millionen Menschen betreuen. Frauen sterben unnötigerweise an Beschwerden, die einfach zu behandeln wären, wenn ausgebildetes Personal zur Verfügung stünde. Schwangere Frauen müssen, um zu einer Hebamme zu gelangen, oft viele Kilometer zu Fuß zurücklegen. Allzu oft sterben sie auf dem Weg oder verlieren ihr Kind. AMREF bildet derzeit 44 Hebammen in Yei, Lui und Maridi aus. Bewerberinnen aus abgelegenen Gegenden ohne Hebamme werden dabei bevorzugt angenommen.Themen sind häufige Komplikationen während der Geburt, Vorsorge und
Nachsorge. Sie werden auch dazu ausgebildete, die Symptome für schwere
Komplikationen zu erkennen, damit sie die Frauen an ein entsprechend
ausgerüstete Einrichtungen überweisen können. Die 18-monatige Ausbildung umfasst sowohl die Theorie als auch praktische Arbeit unter Supervision.