Oktober 2009
Die kenyanische Regierung hat eine Cholerawarnung veröffentlicht und die Kenyaner aufgefordert, besonders strenge Hygienemaßnahmen zu treffen. Der Ausbruch betrifft aktuell Teile der Provinzen im Nordosten, Osten, vom Rift Valley und von Nairobi und hat bis dato 48 Menschenleben gefordert. „Innerhalb eines Monats wurde uns von 3.872 neuen Fällen von akutem wässrigen Durchfall berichtet, davon wurden 89 mittels Laboruntersuchungen als Cholera identifiziert“, sagte Mrs. Beth Mugo, Kenyas Gesundheitsministerin, in einem Statement. Die betroffenen Gegenden sind Kilifi, Nairobi, Turkana, Kitui, Mbooni, Makueni, Kipkelion und Laisamis Garbatulla.Das Gesundheitsministerium führt den Choleraausbruch auf akuten Wassermangel zurück.
Kenya leidet seit Monaten unter einer extremen Dürre, viele Wasserstellen wie Athi und Tana sind bereits ausgetrocknet. Hinzu kommt die geringe Dichte an sanitären Anlagen wie Grubenlatrinen – in Teilen Kenyas haben nur 5 % der Bevölkerung Zugang zu einer solchen Einrichtung.Als Reaktion auf die Krankheitsfälle leistet die Regierung zusammen mit Nichtregierungs-Organisationen wie AMREF technische und finanzielle Unterstützung durch die Lieferung von Medikamenten und sauberes Wasser. Die Regierung hat auch den Straßenverkauf von Lebensmitteln vorübergehend verboten sowie unhygienische Lebensmittelgeschäfte geschlossen.
Bereits Tote durch Cholera im Turkana Distrikt
Laut AMREFs Programme Manager Peter Ofware sind bereits einige Menschen im Turkana Distrikt an Cholera gestorben, viele sind in stationärer Behandlung.„Die Zahlen vom Gesundheitsministerium belegen, dass es aktuell im Norden der Turkana ca. 250 Fälle mit akutem wässrigen Durchfall vorliegen, mit 36 bestätigten Cholerafällen. Neun Menschen sind bislang an Cholera gestorben. Im westlichen Teil der Turkana sind bislang 9 Fälle von Durchfall bekannt, mit 3 bestätigten Cholerafällen und einem Todesfall“, bestätigt Peter Ofware. Es gibt die Befürchtung, dass die Krankheit sich weiter ausbreitet und auch ein großes Flüchtlingscamp in der dortigen Gegend erreichen könnte. Regierungsvertreter haben verneint, dass bereits Cholerafälle im Camp aufgetreten sind. Die Bewohner erhalten sauberes Wasser und werden dazu angehalten, bei Durchfall sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.